Begegnungen ermöglichen und Friedensarbeit leisten

Prominenter Besuch in der JPRS – Lucia Puttrich, hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten zu Gast in unserer Schule

Lehrerin Eva Tinz, Schülerin Annika Gruber, Leitender Schulamtsdirektor Manfred Klebe, Staatsministerin Lucia Puttrich, Schulleiterin Jutta Tschakert
Lehrerin Eva Tinz, Schülerin Annika Gruber, Leitender Schulamtsdirektor Manfred Klebe, Staatsministerin Lucia Puttrich, Schulleiterin Jutta Tschakert

Anlass: die persönliche Überreichung des Zuwendungsbescheides für ein Friedensprojekt der JPRS mit der Partnerschule in Parma

 

Am 30.4.14 erhielten die JPRS-Schulleiterin Jutta Tschakert und der Leitende Schulamtsdirektor Manfred Klebe vom Schulamt Friedberg prominenten Besuch aus der Landeshauptstadt – von Lucia Puttrich, der hessischen Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten. 

 

Anlass war die Anerkennung für ein Schüleraustauschprojekt der JPRS mit der italienischen Partnerschule "Liceo Scientifico Attilio Bertolucci" aus Parma: Vom 2. bis 6. Juni werden 16 Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums nach Parma fahren, bei den italienischen Austauschschülern untergebracht sein und neben der Begegnung mit den Italienern und dem Kennenlernen der Region insbesondere Gedenkstätten des 2. Weltkrieges besuchen.

 

Religionslehrer Otto Lomb, Organisator der Fahrt, erklärte der Ministerin die Hintergründe des Projektes: Zwischen dem 29.9. und 5.10.1944 ermordeten SS-Leute in der Bergregion Monte Sole im Zuge der Partisanenbekämpfung 770 unschuldige Zivilisten, darunter Frauen, Greise und 220 Kinder unter 13 Jahren, sogar Säuglinge. Zum Gedenken an diese schreckliche Gräueltat werden die Schüler die Gedenkkirche Marzabotto besuchen und in der Scuola di Pace (Friedensschule) in Monte Sole mit Jugendlichen aus Italien und anderen Ländern ins Gespräch kommen. Das Projekt, so Otto Lomb, sei ihm ein Herzensanliegen, er wolle den Schülern die Vergangenheit nahebringen, die Bedeutung von Frieden und Aussöhnung vermitteln und die Begegnung mit den italienischen Schülern und ihren Familien ermöglichen: „Wer sich begegnet, schießt nicht aufeinander!“, so die zugleich griffige und eindringliche Botschaft Lombs.

 

Gerne wollte sie die Schule kennenlernen, die dieses wichtige Austauschprojekt initiiert habe, erklärte Frau Puttrich. Den an dem Projekt beteiligten Lehrern und Schülern sprach sie ihren Dank und ihre Anerkennung aus. Die Ministerin betonte das Engagement des Landes Hessen an der Friedensschule in Monte Sole: Es sei wichtig, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen, vor Ort Verantwortung zu übernehmen – so z.B. im Stiftungsrat der Friedensschule – und somit einen Beitrag zur Friedensarbeit zu leisten. Sie lobte das Engagement der Schüler, sich mit den Schicksalen der von den Nazis Ermordeten zu beschäftigen und die Erinnerung an das schreckliche Ereignis wachzuhalten. An dem Projekt schätze sie, dass mit aller Klarheit und Deutlichkeit das Entsetzliche dieser Massaker offengelegt werde. Wenn dies pädagogisch verantwortungsvoll geschehe, so könnten die Schüler dies nicht nur verkraften, es diene insbesondere der Warnung vor jedem Extremismus und der Ermahnung daran, wie grausam Menschen sein könnten und dass dies immer wieder möglich sei. Den Vorschlag von Organisator Otto Lomb, dass die italienischen und deutschen Schüler im Rahmen des Gegenbesuches sie in Wiesbaden besuchen, um ihre politische Arbeit näher kennenzulernen, begrüßte Frau Puttrich ausdrücklich.

 

Im Anschluss nutzte Frau Puttrich die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Die Schüler erzählten ihr von ihren Interessen und Motivationen für die Fahrt, und die Ministerin ermunterte sie, ausgiebig mit den jungen Menschen in Italien in Kontakt zu kommen, damit gewinne man neue Blickwinkel und baue Vorurteile ab.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich JPRS-Schulleiterin Jutta Tschakert für den Besuch der Ministerin und ihr persönliches Interesse am Friedensprojekt der Schule.

Fotos: Adrian Nestoriuc