Dachdecker

Auszubildende zum Dachdecker decken die Garage des Pfarrhauses in Rockenberg mit Dachsteinen ein, nachdem sie alle Vorarbeiten dazu erledigt haben.
Auszubildende zum Dachdecker decken die Garage des Pfarrhauses in Rockenberg mit Dachsteinen ein, nachdem sie alle Vorarbeiten dazu erledigt haben.

Seit dem Schuljahr 2000 / 2001 bilden wir in der Bauabteilung angehende Dachdeckergesellen und –gesellinnen aus.

Aufgrund der Ausbildungsverordnung ist der Unterricht in 18 Lernfelder aufgeteilt. Dies bedeutet, dass wir sehr praxisnah in häufig handlungs- und projektorientierter Form unterrichten. Baustellen-Situationen werden als Arbeitsaufträge vorgegeben, die die Schüler, teilweise auch in Gruppenarbeit zur Förderung der Teamfähigkeit, weitestgehend selbstständig lösen.

Unterstützt wird die Praxisnähe durch den fachpraktischen Unterricht in der Werkstatt, der von dem Dachdeckermeister und Lehrer, Bernd Ritter, geleitet wird. Diese Situation ist einmalig in Hessen.

Je nach Gelegenheit führen wir größere Unterrichtsprojekte, überwiegend in Zusammenarbeit mit der Dachdecker-Innung durch; hier einige Beispiele:

  • Das Dach des „Wetterhäuschens“ in Bad Nauheim wurde mit Naturschiefer in Altdeutscher Deckung eingedeckt
  • Ein Pavillon in Bad Nauheim wurde mit Holzschindeln eingedeckt
  • Ein Ausstellungspavillon zum 25-jährigen Jubiläum des Ausbildungszentrums in Nidda wurde mit Dachziegeln eingedeckt
  • Der Dachstuhl der Garage des Pfarrhauses in Rockenberg wurde errichtet und mit Dachsteinen eingedeckt
  • Eine Holztafel mit dekorativer Deckung wurde zum 40-jährigen Jubiläum des Schulgebäudes geschiefert
  • Verschiedene Gründachmodelle wurden angefertigt
  • Ein Modell einer Fotovoltaik-Anlage (Solaranlage) wurde gebaut

Betriebsbesichtigungen, Unterrichtsgänge oder die Unterstützung durch externe Fachleute im Unterricht gehören ebenso zu unserer Vorstellung von ganzheitlichem Unterricht. Hier sind als bisherige Aktivitäten zu nennen:

  • Exkursion zu einem Dachsteinwerk
  • Exkursion zu einem Dachgullyhersteller
  • Exkursion zur Bauberufsgenossenschaft
  • Unterrichtsgang mit einem Förster in den Wald (Rohstoff Holz)
  • Exkursion durch Friedberg zum Erkennen fehlerhafter Schieferdeckungen
  • Energieberatung mit Blower-Door-Test durch externe Fachkraft
  • Materialkunde für Schornsteine und Dachziegel durch externe Fachkraft

Im Rahmen des Strategischen Zieles 4, welches das Hessische Kultusministerium unter anderem für die Dachdecker-Ausbildung vorgegeben hat, werden in unserer Abteilung folgende Maßnahmen zur Zielerreichung durchgeführt:

  • Stütz- und Förderunterricht (hauptsächlich im mathematischen Bereich)
  • Erprobung selbst gesteuerter und kooperativer Lernformen im Rahmen der Transfermaßnahmen aus dem Modellversuch SIQUA
  • Durchführung von Einführungstagen für das erste Ausbildungsjahr Dachdecker, um die methodischen und sozialen Kompetenzen der Schüler zu erhöhen.
Auszubildende zum Dachdecker decken einen Pavillon in Bad Nauheim mit Holzschindeln ein.
Auszubildende zum Dachdecker decken einen Pavillon in Bad Nauheim mit Holzschindeln ein.
So kann Deutschunterricht bei den Dachdeckern aussehen: Die Schüler des 2. Ausbildungsjahres bereiten in Gruppen und mit Laptops Präsentationen für den Tag der offenen Tür vor.
So kann Deutschunterricht bei den Dachdeckern aussehen: Die Schüler des 2. Ausbildungsjahres bereiten in Gruppen und mit Laptops Präsentationen für den Tag der offenen Tür vor.

Des Weiteren stellen unsere Auszubildenden an den „Tagen der offenen Tür“ den Besuchern ihr Handwerk vor, indem sie Informationsstände zum Ausbildungsberuf gestalten und an Modelldächern ihr Können präsentieren.

Eine Voraussetzung für das Gelingen der Ausbildung ist das gut eingespielte Lehrerteam. Es besteht aus dem Abteilungsleiter Reimund Brendel und den Kollegen Roland Weinbrenner, Bernd Ritter, Jennifer Ludwig, Holger Gerlach und Frederik Weiß sowie der Bautechnik-Lehramts-Studentin Rika Stellmacher, die den o. g. Förderunterricht anbietet.

Weitere Voraussetzungen sind die intensive und enge Zusammenarbeit mit der Dachdeckerinnung, den Kollegen der überbetrieblichen Ausbildung und den Ausbildungsbetrieben. Außerdem sind die meisten unserer Lehrer auch aktiv im Prüfungsausschuss tätig.

Zudem nehmen wir regelmäßig an Fortbildungen teil oder organisieren diese sogar selbst, sodass die Ausbildungsinhalte zum Dachdecker sich ständig auf dem neuesten Stand der technischen, arbeitsorganisatorischen und Unfall schützenden Entwicklung befinden.