Holz- und Bautenschützer

Zwei neue Berufe in der Bauwerkssanierung

Seit dem 1. August 2007 bilden wir in der Bauabteilung der Johann-Philipp-Reis-Schule zwei neue Berufe in der Bauwerkssanierung aus:

 

Fachkraft für Holzschutz- und Bautenschutzarbeiten

Zweijähriger Ausbildungsberuf mit Abschluss

 

Holz- und Bautenschützer

Dreijähriger Ausbildungsberuf mit Abschluss

 

Beide Ausbildungen schließen mit dem Erwerb des Gesellenbriefes ab.

Wir dürfen in unserer Schule die Auszubildenden in einer Regionalfachklasse aus Hessen, dem Saarland, Reihnland-Pfalz und aus Baden-Württemberg begrüßen.

 

Die Basis für beide Berufe bildet eine zweijährige Ausbildung mit identischen Inhalten, welche die Kerntätigkeiten eines Holz- und Bautenschützers umfassen. Dazu gehören im Holzschutz das "Unterscheiden von Schäden an Holz, Holzbauteilen und deren Einbindungsbereichen sowie das Vorbereiten dieser Untergründe", das "Durchführen von vorbeugenden Maßnahmen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten", das "Bekämpfen holzzerstörender Insekten sowie Behandeln und Beseitigen von Pilzbefall". Im Bautenschutz gehören zu den Ausbildungsinhalten das "Vorbereiten und Durchführen nachträglicher Außen- und Innenabdichtungen an erdberührten Bauteilen“, das "Vorbereiten und Durchführen nachträglicher chemischer Horizontalabdichtungen", das "Vorbereiten von Flächen und Aufbringen von Sanierputzen" sowie das "Austrocknen durchfeuchteter Bauwerke".

 

Den Abschluss der Ausbildung bildet beim zweijährigen Beruf die Prüfung zur Fachkraft für Holzschutz- und Bautenschutzarbeiten. Diejenigen, die sich für eine dreijährige Ausbildung entscheiden, schließen den zweijährigen Ausbildungsabschnitt mit einer Zwischenprüfung ab und spezialisieren sich, in dem sie ihre Ausbildung im dritten Jahr entweder im Holzschutz oder im Bautenschutz fortsetzen. Am Ende steht hier die Gesellenprüfung Holz- und Bautenschützer/in.

 

Die Ausbildung findet in Betrieben des Holz- und Bautenschutzes, in den Berufsschulen und in den überbetrieblichen Ausbildungszentren statt. Ausbildungsplätze darf der Betrieb anbieten, der aufgrund von Erfahrung, Ausbildung und Leistungsspektrum als kompetent erachtet wird. Da nur wenige Betriebe das komplette Spektrum des Holz- und Bautenschutzes anbieten können, eignen sich die Auszubildenden fachpraktische Kenntnisse und Fertigkeiten im Ausbildungszentrum in Nidda an.

Nähere Informationen finden Sie auf der Internetseite das ABZ-Nidda: 

http://www.abz-nidda.de

 

Zur Anmeldung finden Sie das Datenerfassungsblatt unten als PDF-Datei. Füllen Sie dies bitte aus und faxen es an die 06031-732749.

Das Wichtigste zum neuen Ausbildungsberuf im Überblick:

Datenerfassungsblatt_04.pdf
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Ein neuer Beruf wirft eine Vielzahl von Fragen auf, deshalb hier die wichtigsten Inhalte in komprimierter Form:

Anforderungen an den Auszubildenden:
physische Belastbarkeit
Die körperliche Belastung entspricht der eines Maurers.

 

Naturwissenschaftliches Grundlagenverständnis
Wichtig vor allem für die dreijährige Ausbildung ist die Fähigkeit die physikalischen Wechselwirkungen von Feuchtigkeit, Temperatur, Baumaterialien und Schadstoffen, die biologische Beschaffenheit von Holz- und Holzschädlingen sowie die chemischen Reaktionen von Holz- und Bautenschutzmitteln erkennen und beurteilen zu können.

Flexibilität und Teamfähigkeit
Arbeiten im Bestand stellen den Sanierer vor häufig wechselnde Herausforderungen, da sowohl die Bauschäden als auch deren Ursachen variieren. Auch sind die meisten Aufgaben nur im Team (2 oder 3 Personen) zu bewältigen.

 

Höflichkeit und Sauberkeit
Viele Bauschäden müssen in bewohnten Räumen beseitigt werden. Dies erfordert ein seriöses Auftreten gegenüber dem Kunden, sowie Rücksichtnahme und besondere Sauberkeit bei der Bauausführung.

Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten
Die Basis für die beiden neuen Ausbildungsberufe bildet eine zweijährige Lehre mit identischen Inhalten, welche die Kerntätigkeiten eines Holz- und Bautenschützers umfassen. Nach einem Jahr Ausbildung findet eine Zwischenprüfung statt. Den Abschluss der Ausbildung bildet nach zwei Jahren die Prüfung zur "Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten".

 

Holz- und Bautenschützer
Der dreijährige Beruf baut auf der zweijährigen Ausbildung (Fachkraft) auf. Der Betrieb oder Auszubildende kann sich sofort, also zu Beginn der Ausbildung, für die dreijährige Ausbildung entscheiden oder auch erst nach der zweijährigen Ausbildung zu einer Fortsetzung entschließen. Am Ende der zweijährigen Grundlagenausbildung steht eine Zwischenprüfung (die Zwischenprüfung nach einem Jahr - siehe Fachkraft - entfällt, wenn der Auszubildende sich von Beginn an für die dreijährige Ausbildung entschieden hat).
Im dritten Jahr wird nur noch eine Fachrichtung ausgebildet, entweder Holzschutz oder Bautenschutz. Für die Abschlussprüfung (Gesellenprüfung zum Holz- und Bautenschützer/in) bedeutet dies, dass sich die Fachprüfung auf das Schwerpunktfach beschränkt.

 

Wer bildet aus?
Alle Betriebe, die Ausbildungsplätze anbieten und von den Kammern als ausbildungsfähig anerkannt werden, sind auf der Homepage des DHBV gelistet und können dort abgerufen werden. Das gleiche gilt für die Betriebe, die bereits einen Auszubildenden haben und damit ihre besondere Kompetenz als anerkanntes Fachunternehmen unterstreichen.

 

Überbetriebliche Ausbildung
Unterstützt werden die Betriebe durch das Angebot der überbetrieblichen Ausbildung. Dieses Angebot ist nicht zwingend. Entsprechend kann sich ein Betrieb von der überbetrieblichen Ausbildung befreien lassen, wenn er glaubhaft darlegen kann, dass er in der Lage ist, selbstständig alle Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Die Überbetriebliche Ausbildung ist allerdings ein Garant dafür, dass auch der "Nur-Holzschutz"- oder "Nur-Bautenschutzbetrieb" ausbilden kann. Die übertriebliche Ausbildung umfasst im ersten Jahr 6 Wochen, im zweiten Jahr 4 Wochen und im dritten Jahr 2 Wochen. Die Kosten für die Ausbildung in den überbetrieblichen Zentren inklusive Internatsunterbringung und Fahrtkosten werden von der SOKA Bau getragen. Der Standort der überbetrieblichen Ausbildung in Hessen ist Nidda. Die JPRS arbeitet eng mit dem Ausbildungszentrum an einer praxisorientiert Berufsausbildung zusammen.