Herzlich Willkommen auf der Homepage der JPRS

Die moderne gewerblich technische Berufsschule im Wetteraukreis

Mo

01

Apr

2019

Neuer Schulleiter an der Johann-Philipp-Reis-Schule

Herzlichen Glückwunsch - Nick Szymanski!

Liebe Schulgemeinde,

seit dem 1.4.2019 ist Nick Szymanski der neue Schulleiter der Johann-Philipp-Reis-Schule (JRPS). Bereits seit einiger Zeit hat Herr Szymanski an der JPRS das Amt des stellvertretenden Schulleiters inne. Nun wurde er von Frau Jutta Tschakert, Leitende Schulamtsdezernentin am Staatlichen Schulamt in Friedberg, dazu beauftragt, die Leitung der Schule zu übernehmen. Wir gratulieren Herrn Szymanski herzlich zu seiner neuen Funktion!

Mo

01

Apr

2019

Schüleraufnahme der Berufsschüler im Schuljahr 2019/2020

Die Einschulung/der erste Schultag für Ihre(n) Auszubildende(n) im ersten Lehrjahr, findet

 

am Dienstag, den 13.08.2019, um 08:00 Uhr, in unserer Sporthalle statt.

 

An diesem Tag werden die Termine der folgenden Berufsschultage mitgeteilt.

 

In der ersten Schulwoche, von Dienstag bis Donnerstag nach den Sommerferien, wird es auch in diesem Schuljahr für alle neuen Auszubildenden eine Einführungswoche an der Johann-Philipp-Reis-Schule geben.

 

Im Vordergrund dieser Woche stehen vor allem soziale, methodische und teamorientierte Inhalte. Weiterhin dienen diese Tage dem optimalen Start in die neue Schule. Alle Besonderheiten, Prüfungsmodalitäten, auch Inhalte im Hinblick auf die Lernfeldverteilung, Notengebung usw. werden thematisiert.

 

Uns ist durchaus bewusst, dass diese mehrtägige Veranstaltung gerade bei den Ausbildungsbetrieben auch Auswirkungen auf die betriebliche Organisation hat. Wir bitten Sie daher an dieser Stelle uns bei diesem bewährten Projekt zu unterstützen.

 

Dauer der Einführungswoche: von Dienstag, den 13.08.2019 bis Donnerstag, den 16.08.2019

 

Die Auszubildenden des 2. bis 3./4. Ausbildungsjahres stehen in dieser Woche den Ausbildungsbetrieben zur Verfügung. Für sie beginnt der reguläre Schulbetrieb erst in der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien nach Blockplan/Stundenplan.

 

Gesonderte Termine gelten für folgende Ausbildungsberufe!

 

Fachangestellten für Bäderbetriebe beginnen mit dem 1. Einschulungsblock am 23.09.2019 um 09:45 im Raum B 303

 

Holz- und Bautenschützer  beginnen mit dem 1. Einschulungsblock am 19.08.2019  um 09:45 im Raum D-E 19

 

Über 100 Lehrkräfte und mehr als 2.000 Schüler in 5 Schulformen

Mit über 100 Lehrkräften, die weit mehr als 2.000 Schüler in 5 Schulformen unterrichten, ist die Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) sowohl von der Schülerzahl als auch vom Bildungsangebot eine der größten Berufsschulen im Wetteraukreis. 

 

Das Bildungsangebot der JPRS reicht vom Beruflichen Gymnasium, über die Fachoberschule und die Berufsfachschule, bis zu dem breit gefächerten Angebot der Berufsschule mit über 20 Ausbildungsberufen und der BBV mit ihren Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung. Dabei garantieren wir in allen Schulformen die bestmögliche Qualität der Ausbildung unserer Schüler.  

JPRS – Bildung und Ausbildung mit dem besonderen PLUS

Als besonderes PLUS bieten wir den Schülern der JPRS als Ergänzung zu den regulären Schulabschlüssen (die in Qualität und Ausbildung 1:1 denen einer Regelschule entsprechen), die Wahl eines zusätzlichen Schwerpunkts an. Mit Hilfe des Schwerpunktes in einem von ihnen gewählten Interessensgebiet, werden unsere Schüler auf die Anforderungen des späteren Studiums und/oder Arbeitslebens in diesem Berufsfeld vorbereitet.

 

Mit dem hoch qualifizierten Lehrpersonal im Regelunterricht und den erfahrenen Fachkräften in den berufsvorbereitenden Schwerpunkten ist die JPRS, insbesondere für Schüler, die ein Studium in einem bestimmten Berufsfeld anstreben, eine gute Alternative zu den "normalen" Gymnasien und Mittelschulen. 

Der JPRS-Homeblog

Aktuelle Projekte, Aktionen und News unserer Schule!

Mi

03

Apr

2019

Berufswahl klischeefrei – Girls‘ Day an der JPRS

Eine grenzenlose Berufsorientierung ist seit vielen Jahren das Ziel des Girls’Day, so auch an der gewerblich-technisch orientierten beruflichen Schule Johann-Philipp-Reis in Friedberg (JPRS). Der Praxistag erweitert für Mädchen ab Klasse 5 die Optionen ihrer beruflichen Zukunft. Sie lernen Ausbildungen und Studienfächer kennen, die immer noch durch Geschlechterklischees geprägt sind.

 

Etwas früher als üblich, nämlich bereits am 28. März 2019, erhielten 16 Mädchen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren an der JPRS einen Einblick in die Bereiche Metall- und Elektro-technik. Diese Berufsfelder können als Ausbildungsberufe und als Schwerpunkte in den studienqualifizierenden Schulformen Fachoberschule und Berufliches Gymnasium an der Schule belegt werden.

 

Am Front Office wurden die Mädchen herzlich von Verwaltungsleiterin Claudia Hahn in Empfang genommen. Anschließend erfolgte die Begrüßung durch Schulleiter Nick Szymanski die betreuende Lehrkraft Stefan Crößmann und Dr. Thomas Uchronski, Abteilungsleiter für die Fachoberschule. Den anwesenden Mädchen wurde der Tagesablauf vorgestellt und Wissens-wertes über die Angebote der JPRS vermittelt. Danach wurden die Gruppen für die beiden Angebote „Wir bauen einen Handyhalter mit LED’s“ und „Bauen eines Bionik Minilaufroboters“ eingeteilt und es ging in die Werk- und Fachräume für die Projektarbeit.

 

Dort konnten unter Anleitung der betreuenden Lehrkräfte Madlen Krawatzek (Elektrotechnik) und Volker Rau (Metalltechnik) an den Werkbänken Metall geformt, Kanten geschliffen und Löcher gebohrt werden. Im Elektrofachraum wurde am Minilaufroboter unter Anleitung gelötet und geschraubt. Unterstützt wurden sie hierbei von Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule. Zwischendurch gab es eine wohlverdiente Pause mit Obst, Getränken und leckerem Laugengebäck von Fachlehrer Matthias Zinn aus der Nahrungsabteilung der Schule. Im zweiten Teil des Angebotes wurden die Handyhalter dann in der Elektroabteilung mit farbigen Dioden verschönert und die Miniroboter in Form eines Insektes wurden fertig gebaut und auf dem Flur ausprobiert. Stolz präsentierten alle Beteiligten ihre fertigen Werkstücke beim gemeinsamen Abschlussfoto.

 

Seit 2009 nimmt die JPRS am Girls’Day teil, um Schülerinnen für technische Berufe zu begeistern. Daher ist es selbstverständlich, dass sich an diesem Tag auch immer wieder einige der weiblichen Lehrkräfte, die ca. ein Viertel des Kollegiums bilden und die in einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung ausgebildet wurden, mit engagieren und den Mädchen aufzeigen, wie viel Spaß die Berufsfelder Handwerk und Technik bereiten können.

Mi

03

Apr

2019

JPRS pflegt neue Partnerschaft mit Berufsschule in Polen

Im Rahmen ihrer internationalen Schulpartnerschaften (u.a. Frankreich und Russland) hat die Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) in Friedberg ein neues Schüleraustauschprogramm mit einer Berufsschule in Polen aus der Taufe gehoben. Die Kooperation mit der Zespół Szkół Technicznych Tadeusz Kościuszko in Leżajsk (Woiwodschaft Karpatenvorland) wird vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert. Letztes Jahr waren Vertreter der JPRS nach Leżajsk gereist, um die ersten Kontakte zu knüpfen. Von Seiten der JPRS organisieren Matthias Zinn und Eva-Maria Hund (Bäcker), Holger Buss und Dieter Blocher (Fleischer). Madlen Krawatzek und Christian Wolf (Elektrotechnik) sowie Dr. Sven Krusch die Schulpartnerschaft.

 

Vom 18.3. bis 22.3. besuchten die polnischen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen Alfreda Grabowska-Błońska, Anna Kochmańska, Anna Zając und dem Lehrer Jan Jużyniec die JPRS. Untergebracht waren sie im Gästehaus des Klosters Ilbenstadt. Am Montag wurde die polnische Gruppe herzlich von den Lehrern und Auszubildenden der JPRS im Empfang genommen. Beteiligt waren Elektroniker für Betriebstechnik und Elektroanlagenmonteure, Fleischer und Fleischereifachverkäufer sowie Bäcker und Bäckereifachverkäufer.

 

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Nick Szymanski und den Koordinator für internationale Aktivitäten Ralf von der Fecht begannen die Projektarbeiten. Im Fachbereich Elektrotechnik fertigten die Schüler Modelle von Energiegewinnungsanlagen. Das Projekt wurde ergänzt durch eine Betriebsbesichtigung bei der OVAG. Im Fachbereich Ernährung standen die Fertigung von Backprodukten wie Hefezopf, Brot und Flammkuchen, die Herstellung von Weißwürsten sowie Betriebsbesichtigungen bei den Firmen Hinnerbäcker und Dottenfelder Hof im Mittelpunkt. Die polnischen und deutschen Jugendlichen besichtigen mit ihren Lehrern Friedberg, Bad Nauheim und Frankfurt und unternahmen zahlreiche gemeinsame Freizeitaktivitäten.

 

Die Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern hatten viel Freude während der Projektwoche. Sie haben Freundschaften geschlossen und Neues kennengelernt. Jason Szabo, Auszubildender Bäcker im 3. Ausbildungsjahr bei der Firma Mack (Butzbach), zog folgendes Resümee: „Das Arbeiten zusammen mit den Polen hat mir viel Spaß gemacht. Ich konnte ihnen viel zeigen. Ich freue mich schon sehr auf die Zeit in Polen.“ Und Karol Surma, polnischer Informatikschüler, äußerte über die Woche: „Ich fand es sehr schön in Deutschland. Ich habe interessante Leute in meinem Alter kennengelernt und einen Eindruck von ihren Gedanken und ihrer Kultur bekommen. Ich mochte das Projekt, weil ich viel über Energiegewinnung in Deutschland und Polen gelernt habe.“

 

Nach dem erfolgreichen Einstand des deutsch-polnischen Schüleraustausches werden die Auszubildenden und Lehrer der JPRS vom 31.3. bis 5.4. die Partnerschule in Leżajsk besuchen. Zukünftig soll der Kontakt mit der polnischen Berufsschule kontinuierlich gepflegt und einmal jährlich ein Schüleraustausch durchgeführt werden.

Mi

03

Apr

2019

Ausstellung von Schülerinnen und Schülern im Friedberger Kreishaus

Aktuell werden im Foyer des Kreishauses in Friedberg technische und künstlerische Projektarbeiten von Schülerinnen und Schülern der Fachoberschule (FOS) und des Beruflichen Gymnasiums (BG) der Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) ausgestellt. Kürzlich fand die Ausstellungseröffnung unter Anwesenheit des Landrates Jan Weckler statt. Auch zugegen waren der Schulleiter der JPRS Nick Szymanski, die Fachlehrer Dirk Schäfer und Torsten Schöllner aus dem Schwerpunkt Mechatronik des BG, Fachlehrerin Anna Brooke aus dem Schwerpunkt Gestaltung der FOS sowie Thorsten Lux, IT-Beauftragter der JPRS.

 

Nach den Begrüßungsworten des Landrats und des Schulleiters stellten die Schülerinnen und Schülern den Anwesenden ihre Projektarbeiten vor. So finden sich in den Vitrinen im Foyer des Kreishauses technische Modelle und Prototypen des Schwerpunktes Mechatronik der BG12. Zu bewundern sind u.a. ein Transportaufzug, ein Tor für eine Industriehalle, eine Hebebühne, eine Kugelbahn, eine Abfüllanlage und eine Seifenblasen-maschine. Ergänzt werden die Exponate mit Projektbeschreibungen, die die mechanischen und elektrischen Elemente näher erläutern.

 

IT-Experte Thorsten Lux über das Mechatronikprojekt der BG12: „Geplant und umgesetzt wird das Projekt in Gruppen von vier bis fünf Schülern und es geht dabei nicht nur um die technische Leistung. Teamfähigkeit, Projektplanung und Projektdokumentation sind genauso wichtig.“

 

Der zweite Schwerpunkt der Ausstellung im Kreishaus sind künstlerische Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der FOS12 mit dem Schwerpunkt Gestaltung. Nach Vorarbeiten, in dessen Verlauf sich die Jugendlichen mit bekannten Skulpturen von der Renaissance bis zur Neuzeit auseinandergesetzt und mit Materialien experimentiert hatten, überlegten sie sich schließlich ein Projektthema und gingen daran, eigene Plastiken und Skulpturen zu schaffen. Hierbei wurden die unterschiedlichsten Materialien wie Gips, Draht, Ton, Keramik, Karton und sogar Seife verwendet. Auf diese Weise entstanden z.B. eine Skulptur aus Seife, dem „Denker“ von Auguste Rodin nachempfunden und eine Skulptur aus Gips, Federn, Acrylfarben inklusive einer Plastikblume.

 

Gestaltungslehrerin Anna Brooke über das Projekt der FOS12: „Die Suche nach dem geeigneten Material war nicht gleich von Anfang an erfolgreich, es galt auch Frustration auszuhalten und dann kreativ nach einer Lösung zu suchen“.

 

Die Ausstellung der Projektarbeiten unserer Schülerinnen und Schülern können Sie ab sofort im Foyer des Kreishauses während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung besuchen: Mo. bis Mi. 8.30-12.30, 13.30-16.00 Uhr, Do. 8.30-12.30, 13.30-18.00 Uhr, Fr. 8.30-12.30 Uhr.

So

31

Mär

2019

Geschichte hautnah erleben in Prag

Studienfahrt der Fachoberschule vom 11. bis 15.02.2019

Prag ist auf jeden Fall eine Reise wert! Das war die überwiegende Meinung aller mitfahrenden Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen unserer Fachoberschule. Unsere Highlights waren der Besuch der Bierbrauerei Pilsen, Hradschin mit Prager Burg und Veitsdom, die Prager Altstadt, das Kafka- und Apple-Museum.

 

 

Hinfahrt nach Prag über Pilsen:

Stadtführung in der Alt-, Neustadt und Kleinseite. Besuch des Kafka-Museums (Di., 12.02.2019):

Prager Burg (Do., 14.02.2019)

Wir wurden von zwei Reiseleiterinnen begleitet und erhielten zur Einführung allgemeine Informationen über die Burg. Sie wurde im 9. Jahrhundert gegründet und hat seither ihr Aussehen stark verändert, da Generationen von Baumeistern verschiedener Baustile daran beteiligt waren. Heute ist die Burg die Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik.

Unsere netten Reiseleiterinnen führten uns durch die drei großen Burghöfen, wo wir im eine Wachablösung verfolgen konnten. Danach sahen wir uns den prächtigen Wenzelsdom an. Der Grundstein des dem heiligen Wenzel von Böhmen gewidmeten Gotteshauses wurde Anfang des 12. Jahrhunderts gelegt und es erhielt bis Ende des 19. Jahrhunderts sein heutiges vorwiegend neugotisches Erscheinungsbild. Das Innere beeindruckt unter anderem durch die Glaskunst verschiedener tschechischer Künstler, welche bei direkter Sonneneinstrahlung fantastische Farbspiele auf die alten Mauern wirft.

Anschließend konnten wir im Ostteil der Burg das „goldene Gässchen“ besuchen. Wenn man die Gasse betritt, sind dort kleine Häuschen, die förmlich an der Wehrmauer kleben, sie zeigen Wohnungen oder Handwerksstuben. Im Haus Nummer 22 lebte im Jahre 1916/17 dort der bekannte Franz Kafka.

Insgesamt war der Ausflug zur Prager Burg sehr interessant und informativ und die Stimmung aller Beteiligten gut.

Do

28

Mär

2019

Sprache und Öffentlichkeit BG 12 Schülerarbeiten

Im Zuge der durch das KCGO (Kerncurriculum der gymnasialen Oberstufe) vorgesehenen Thematik „Sprache und Öffentlichkeit“ in der Q2 gilt es, sich insbesondere mit öffentlichen Schriften oder Reden auseinanderzusetzen, d.h. das ungeliebte Analysieren steht wieder auf der Tagesordnung: Argumentationsstruktur, sprachliche Gestaltung, rhetorischen Strategien. Aber wie wäre es, wenn man zunächst mal die Rollen tauscht? Also wurden im Deutsch-Grundkurs von Frau Jost die Stifte gezückt und geschrieben, was das Zeug hält. Der Auftrag war gar nicht so leicht: Eine Rede schreiben, denn vielleicht ist das Analysieren gar nicht mehr so schwer und ungeliebt, wenn man sich erst einmal darin geübt hat, selbst eine Rede zu verfassen?! Mitreden können, seine Belange an die Öffentlichkeit tragen, argumentieren und Sachverhalte darlegen können, das ist wichtiger denn je. Entstanden sind Produkte, die nicht nur auf der Ebene der zuvor genannten Analysekriterien besonders gelungen, sondern auch inhaltlich hervorgestochen sind. Sie sprechen Themen an, die aktueller nicht sein könnten: Klimaschutz, #metoo-Bewegung oder das Bilden der Rettungsgasse. Doch lesen Sie selbst...

 

Eine Rede über bewussteren Konsum von Judith Kern

 

„Nach mir die Sintflut!“ 

Eine Redewendung, die einige von Euch bestimmt schon gehört haben. 

Eine Redewendung, die die Gleichgültigkeit über die Zukunft nach dem Ableben der Person, die so spricht, zum Ausdruck bringen soll. 

Man nennt so ein Zitat, das als Redewendung in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen wurde, auch „geflügeltes Wort“. Doch ist es in diesem Falle viel mehr als das. 

Es ist nämlich auch eine unter- oder bewusste Lebenseinstellung, die jeden Tag, von jedem von uns eingenommen werden kann. 

„Und wie?“, fragt man sich jetzt. Die Antwort ist leicht: 

Durch unsere Entscheidungen, was wir kaufen. Durch unsere Entscheidungen, wie wir mit unserem Müll umgehen. Durch unsere Entscheidungen, wie wir von „A nach B“ kommen. 

Und an allein einem einzigen Tag sind wir unzählige Male gefordert, solche Entscheidungen zu treffen. Obwohl ,gefordert' hier das falsche Wort ist. Denn für viele sind diese Entscheidungen nicht schwer, nein, nicht mal nennenswert. Sie sind ganz unbewusst. 

Und darum soll es in meiner Rede gehen - um einen Weg, der vom Unbewussten wegführen soll. 

Wie man an den fast täglichen Meldungen über Klimawandel und  Plastik in den Meeren sehen kann, haben unsere, oft unbewussten Entscheidungen sehr drastische Folgen. Auch wenn sich in unserer Gesellschaft endlich mehr Menschen Gedanken um ihre Umwelt machen, ist die Vorstellung daran, dass nach dem Ableben der eigenen Person sowieso alles, was mit diesem Planeten geschieht, egal ist, weiterhin ein lockender Ausweg aus dem schlechten Gewissen, wenn man mal wieder das Billigfleisch oder die Plastikmassen kauft oder lieber bequem das Auto nimmt, auch wenn der Bus fährt. 

Wir allen kennen diese Situation. Man ist unterwegs, man ist hungrig oder hat einfach nur Appetit. 

Der Kiosk ist nicht weit, also direkt erstmal den nächstbesten Schokoriegel, Mars, Snickers oder Kit-Kat und gekühlten Fertigkaffe kaufen. Dass hinter der Produktion beider Produkte gequälte Tiere, deren Massenhaltung eine extrem schlechte Klimabilanz hat, steckt,  spielt in dem Moment doch keine Rolle. Kein einziger Gedanke wird daran verschwendet. Und warum? Weil wir es hier nun mal so können. Uns stehen alle Türen offen, keine Sekunde am Tag daran verschwenden zu müssen, was die Folgen unserer Entscheidungen sind. Wir in Deutschland gehören nicht zu den Ländern, in denen man den Klimawandel sonderlich spürt. Bei uns heißt es nur, weniger Schnee, aber keine Überflutungen, keine Schlammlawinen oder Ähnliches. Während wir leben, passiert doch eh nichts. Und wenn es dann so-weit ist, und „das Licht ausgeht“, dann kann uns niemand mehr zur Rechenschaft ziehen.  

Bewussteres Konsumieren bringen viele Menschen zunächst mit Verzicht in Verbindung. Und ja, man verzichtet in vielen Momenten auf den einfacheren Weg, sich schnell die erst-beste Option zu beschaffen. Doch heißt bewussteres Konsumieren heutzutage eher sich selbst und seine Bedürfnisse in Frage zu stellen:

„Steht meine temporäre, meist sogar kurze Befriedigung über dem Wohl unseres Planeten? Gibt es in dieser Situation eine andere Lösung, die weniger Schaden anrichtet?“

Die Zahnbürste aus Bambus, das Shampoo in Seifenform, die Ohrenstäbchen aus Pappe, die Möglichkeit Kleidung weiterzuverkaufen und Dinge zu reparieren anstatt sie wegzuwerfen, das Rad oder den Bus statt das Auto zu nehmen, tierische Produkte aus dem Speiseplan zu streichen oder zumindest zu reduzieren; all das sind Wege, die man heutzutage ohne große Schwierigkeiten einschlagen kann.  Das sind Alternativen, um positiv auf Unsere Umwelt einzuwirken.  

Zu der Gewissheit,  das „Unheil“, also die Zerstörung unserer Erde, nicht einfach weiter geschehen zu lassen, gewinnt man in gewisser Hinsicht noch mehr: Ein bewussteres Verhältnis zu seinen Gebrauchsgütern. Es kommt nämlich nicht immer darauf an, was man hat, sondern auch wie man hat. Denn der unbewusste Konsum führt in der Regel zum Überkonsum, welcher unserer Erde die Ressourcen, das ökologische Gleichgewicht nimmt und sie mit Müll überhäuft. 

Auch wenn ein radikaler Lebenswandel der Menschen, die die Möglichkeit dazu haben, wünschenswert und realisierbar ist, realistisch ist es nicht. Wir müssen also in kleinen Schritten gehen. Bewusstsein kommt nicht über Nacht, Veränderung kann nicht wie eine Bombe in unserem Leben einschlagen. Doch müssen wir uns alle bewusst sein, dass uns und unserem Planeten nicht unendlich Zeit bleibt. Kleinschrittig gehen und doch heute anfangen. Anfangen etwas zu ändern. Sich mal aus seiner Komfortzone, dem „das haben wir bis jetzt immer so  gemacht!“ herausbewegen. Etwas Neues, Nachhaltigeres probieren. Veganes Essen besteht nicht nur aus Gemüse und Tofu. Seifen, um den Körper zu reinigen, riechen nicht immer nach alten Menschen. Denn tatsächlich haben wir es in der Hand. Je-der einzelne von uns. 

In unserer Gesellschaft dreht sich immer mehr um die Gerechtigkeit für jedes einzelne Gesellschaftsmitglied, egal welches Geschlecht, welche sexuelle Orientierung oder Herkunft es hat. Diese Entwicklung ist gut so. Aber darüber darf man die Gerechtigkeit zwischen uns und den kommenden Generationen nicht aus dem Blick verlieren. 

 

Femizid by Celina Bär

 

Manchmal frage ich mich, ob ich feige bin. Falsch, nicht manchmal, sondern jedes Mal, wenn ich abends von einer Freundin nachhause laufe und mir ein Mann entgegen kommt. Warum, denke ich mir. Es ist doch nur ein Mensch mit anderem Geschlecht, aber nein, in meinem Kopf ist er mehr. Panik, Angst, schnelleres Laufen. Und dann lache ich, weil es doch nur ein kleiner älterer Asiate war, der eh einen Kopf kleiner ist als ich und die tierische Angst fällt ab.

Im nächsten Moment schäme ich mich, ich schäme mich für meine Angst, meine überzogenen Gedanken. Wie wahrscheinlich ist es schon auf dem Heimweg vergewaltigt zu werden? Naja, tatsächlich geringer als im eigenen Haushalt. Wusstet ihr, dass bei über 80% von Vergewaltigung der Täter aus dem eigenen Umfeld, wenn nicht sogar Freundeskreis stammt? Also, warum Fürchten auf der Straße?

Die Antwort ist leider, dass uns keiner eine Antwort gibt, die uns die Angst nimmt.

Nein, stattdessen laufe ich im Sommer mit meinen Freunden an der Straße entlang und höre „Hey Süße" oder „geiler Arsch" und mache mir Gedanken, weil ich doch einfach nur mein Lieblingskleid tragen wollte und es dann doch nicht mehr anziehe, denn ich will es ja nicht noch provozieren.

Immerhin heißt es, sogar teilweise in deutschen Gerichten, die Frau hätte es doch gewollt, so wie die rumläuft, und dass ihr „Nein" nicht eindeutig war.

Doch trotz des längeren Kleides ist es nicht besser, denn meine Liebe fürs Tanzen lässt mich im Club mit dem Hintern und den Hüften kreisen und ich bekomme Blicke, die denken, es wäre eine Einladung gewesen.

Also was soll eine Frau tun? Zuhause bleiben?

Nein, denn genau hier hat sie die Zeit, um sich die Artikel und Studien durchzulesen, in denen festgehalten wird, was mit so vielen Frauen jährlich passiert. 87.000 tote Frauen, weltweit 137 pro Tag. Gründe? Naja, ich bin mir sicher, dass die Täter, welche zu 50% der eigene Partner oder Lebensgefährte waren, einen plausiblen Grund hatten. Oder die 8.000 Mitgiftmörder in Indien pro Jahr, die ihre Frauen in der Küche verbrennen, als Unfall getarnt, weil die Brauteltern nicht die gewünschten Geschenke liefern.

Also, egal was es ist, ob häusliche Gewalt, Vergewaltigung in der Ehe, Belästigung im Club und auf der Straße oder das beliebte cat calling, es passiert und das nicht selten und ich weiß, dass all das auch den Männer da draußen passiert, doch die Gewalt an Frauen dominiert leider mit 94 zu 6%.

Deswegen möchte ich euch bitten, wenn jede dritte Frau in Europa als Erwachsene schon einmal körperliche, verbale oder sexuelle Gewalt erfahren hat und zu 92% die Täter männlich waren, überlegt euch, liebe Männer, möchtet ihr einer dieser Täter sein?

Ich weiß, ein Ausbruch von Testosteron kann einen dazu bringen über die Gasse zu brüllen und aus dem Auto zu hupen, aber wenn ihr das Unwohlsein einer Frau bemerkt oder es nicht  fördern wollt, dann überlegt es euch das nächste Mal bitte zweimal, ob ihr es macht.

 

Rettungsgasse - anonym

 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

wir kennen es doch alle, wir fahren mit dem Auto auf die Arbeit oder in die Schule, doch plötzlich stehen wir auf der ohnehin schon überfüllten Straße im Stau. Unverständlichkeit und Wut kommen auf, selbst bei mir, obwohl ich doch beide Seiten als Angehöriger des Rettungsdienstes kenne. Wir haben alle Termine, die wir in einer immer schneller werden-den Gesellschaft wahrnehmen müssen. >Schneller<, das ist das Stichwort. Junge Fahranfänger, die oft eine falsche Einschätzung ihrer Kompetenz im Zusammenhang mit immer leistungsstärkeren Autos und der damit verbundenen Verantwortung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern haben, werden zu einem zunehmend größer werdendem Verkehrsrisiko. In den letzten Jahren sehen wir, die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, zunehmend schwerere Verkehrsunfälle mit Todesfolge. Der Tod eines Unfallopfers tritt nicht wie meist vermutet durch den Unfall selbst, sondern oftmals erst nach dem Eintreffen der Rettungskräfte, durch nicht mit dem Leben vereinbare Verletzungen ein. Es gibt eine Faustregel, die „golden hour of shock“. Diese 60 Minuten haben Rettungskräfte Zeit, einen Patienten nach einem Unfall in ein Krankenhaus zu bringen. Schafft er dies nicht, so sinken die Überlebenschancen des Opfers rapide ab. Nun kommen Sie ins Spiel, meine Damen und Herren. Sie müssen nun Ihre Wut und Ihr Unverständnis wegstecken und sich hinten anstellen. Wir wollen Menschenleben retten und das gelingt nur, wenn sie eine Rettungsgasse bilden, durch die auch ein großer Feuerwehr LKW mit hoher Geschwindigkeit durchfahren kann. Stellen sie sich vor, es wäre ein naher Angehöriger oder ein enger Freund von Ihnen. Würde dieser bleibende Schäden oder sogar den Tod erleiden, sind die Fragen nach dem „warum?“ immer groß. Trifft es aber eine fremde Person, so rückt das egozentrische Verhalten wieder in den Vordergrund. Blockierung der Rettungsgasse ist leider schon längst trauriger Alltag. Das Fass zum Überlaufen brachte aber ein Fahrer mittleren Alters, der uns in einer ohnehin schon sehr schlechten Rettungsgasse entgegen kam und wild mit den Armen herumwedelte, nach dem Motto, weshalb ich keinen Platz machen würde. Ich sehe Fassungslosigkeit in Ihren Gesichtern, zurecht, denn Autofahrer, die unmittelbar in einer Rettungsgasse vor Einsatzfahrzeugen drehen, geraten immer in Panik, wenn ein 20 Tonnen Koloss mit Blaulicht und Martinshorn auf sie zurast. Aus Angst und Respekt wird dann Unsicherheit und der Motor wird vor Aufregung abgewürgt. Nun steht da ein Auto quer in der Rettungsgasse und das alles nur, weil ein inkompetenter egozentrischer Autofahrer einen Umweg auf sich nehmen will, der ohnehin meist länger ist als die Sperrung an sich dauert. Daher mein Appell an Sie: Sie wissen nie, wer gerade Hilfe benötigt. Es könnte auch einer Ihrer Angehörigen oder Freunde sein! Stellen Sie sich und Ihre Termine hinten an. Bilden Sie eine Rettungsgasse, wie es Ihnen in der Fahrschule gelehrt wurde! Wir, bei dem Rettungsdienst und bei der Feuerwehr, sagen im-mer: „Wenn man sehen will, wie blöd die Menschheit ist , muss man nur eine Straße sperren“. 

Überzeugen sie uns vom Gegenteil!

In diesen Sinne, allzeit gute Fahrt und danke für Ihre Aufmerksamkeit!

 

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