Berufsschule – Ausbildungsberuf Dachdecker/in

Dachdecker/ -innen sorgen mit ihrer Arbeit für wind- und wetterfeste Gebäude. Die Deckung und Dämmung von Steildächern, die Bekleidung von Fassaden sowie die Abdichtung und Begrünung von Flachdächern gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Montage von Dachfenstern, Sonnenkollektoren und Photovoltaik-Anlagen. Weitere Aufgabenfelder sind das Abdichten von Balkonen und Terrassen, ja sogar Schwimmbäder und Mülldeponien werden von Dachdeckern abgedichtet.

 

Außerdem stellen sie Holzkonstruktionen her, planen Dachrinnen, bereiten Flachdächer für Dachbegrünungen vor, planen Dachrinnen, Schneefanggitter oder Blitzschutzanlagen, bringen diese an und überprüfen sie. Alle genannten Teilbauwerke warten, inspizieren und reparieren sie auch.

 

Dachdecker arbeiten dabei eng mit Architekten und Ingenieuren, mit Zimmerern und Klempnern (Spengler), sowie mit Gärtnern Anlagenmechanikern und Installateuren zusammen.

 

 

Funktion:

Die Berufsschule ist Pflichtschule im Dualen System, die von allen Auszubildenden während der beruflichen Erstausbildung besucht werden muss. Die Einschulung erfolgt in der Regel in der Schule, in deren Einzugsgebiet der Ausbildungsbetrieb liegt.

 

Ziel:

  • Bestehen der Gesellenprüfung
  • Berufsschulabschluss
  • durch Zusatzprogramm im Fach Englisch kann ein dem Realschulabschluss gleichgestellter Abschluss an der JPRS erworben werden!

 

Fortbildungsmöglichkeiten:

  • Polier / Vorarbeiter
  • nach mehrjähriger Berufspraxis in einer Fachschule, z.B. einer Technikerschule
  • Meisterprüfung
  • Berufliche Fortbildungskurse
  • Schüler mit Mittlerem Abschluss können nach ihrer Berufsausbildung in der Fachoberschule der Form B in einem Jahr die Fachhochschulreife erwerben.

 

Unterschiedliche Organisationsformen des Unterrichts:

  • Berufsschulunterricht an Einzeltagen

 

Voraussetzungen:

  • Ausbildungsplatz

 

Dauer:

  • 3 Jahre
  • 1. Jahr - Grundstufe
  • 2. und 3. Jahr – Fachstufen

 

Besonderheiten des Berufsfelds:

  • fachliche und allgemeine Bildung, für eine breitangelegte berufliche Grundbildung
  • begleitender Teil der Ausbildung - Duales System

 

Unterrichtsablauf:

Aufgrund der Ausbildungsverordnung ist der Unterricht in 18 Lernfelder aufgeteilt. Dies bedeutet, dass wir sehr praxisnah in häufig handlungs- und projektorientierter Form unterrichten. Baustellen-Situationen werden als Arbeitsaufträge vorgegeben, die die Schüler, teilweise auch in Gruppenarbeit zur Förderung der Teamfähigkeit, weitestgehend selbstständig lösen.

 

Unterstützt wird die Praxisnähe durch den fachpraktischen Unterricht in der Werkstatt, der von dem Dachdeckermeister und Lehrer, Bernd Ritter, geleitet wird. Diese Situation ist einmalig in Hessen.

 

Ausbildungsjahr 1:

LF 01 - Einrichten einer Baustelle
LF 02 - Decken eines geneigten Daches 
LF 03 - Mauern eines einschaligen Baukörpers
LF 04 - Herstellen einer Holzkonstruktion 
LF 05 - Herstellen eines Stahlbetonbauteils 
LF 06 - Beschichten und Bekleiden eines Bauteils 

 

Ausbildungsjahr 2:

LF 07 - Herstellen einer Holzdachkonstruktion 
LF 08 - Decken eines Steildaches mit Dachziegeln und Dachsteinen
LF 09 - Decken eines Steildaches mit Schiefer, Faserzementplatten und Schindeln
LF 10 - Fertigen eines Flachdaches
LF 11 - Ableiten von Oberflächenwasser 
LF 12 - Bekleiden einer Außenwand   

 

Ausbildungsjahr 3:   

LF 13 - Ausbilden von Details bei Dachziegel- und Dachsteindeckungen  
LF 14 - Ausbilden von Details bei Schiefer-, Faserzement- dachplatten- und Schindeldeckungen 
LF 15 - Herstellen einer Bauwerksabdichtung
LF 16 - Ausführen von Metalldeckungen 
LF 17 - Einrichten von Blitzschutzanlagen und Einbauen von Energieumsetzern 
LF 18 - Warten und Reparieren eines Daches 

 

Zukunftsaussichten:

Diese sind vielversprechend, denn auch wenn das Baugewerbe immer konjunkturabhängig ist, Wärmedämmung und Energiesparen ist absolut zukunftsweisend. Da Dachdecker auch Solaranlagen auf Dächern installieren, Fassaden energiesparend bekleiden und Dächer sanieren, wird es im Dachdeckerhandwerk noch eine Menge zu tun geben.

 

Ausstattung Schule:

  • Klassenraum mit feststehenden Computern
  • Fahrbare SMART Boards
  • Werkstattraum / Bau Labor
  • Photovoltaik-Modell / Schiefermodell /Bieberkehlenmodell

 

Sonstiges:

Je nach Gelegenheit führen wir größere Unterrichtsprojekte, überwiegend in Zusammenarbeit mit der Dachdecker-Innung durch.

 

Hier einige Beispiele: 

  • Das Dach des „Wetterhäuschens“ in Bad Nauheim wurde mit Naturschiefer in Altdeutscher Deckung eingedeckt
  • Ein Pavillon in Bad Nauheim wurde mit Holzschindeln eingedeckt
  • Ein Ausstellungspavillon zum 25-jährigen Jubiläum des Ausbildungszentrums in Nidda wurde mit Dachziegeln eingedeckt
  • Der Dachstuhl der Garage des Pfarrhauses in Rockenberg wurde errichtet und mit Dachsteinen eingedeckt
  • Eine Holztafel mit dekorativer Deckung wurde zum 40-jährigen Jubiläum des Schulgebäudes geschiefert
  • Verschiedene Gründachmodelle wurden angefertigt
  • Ein Modell einer Fotovoltaik-Anlage (Solaranlage) wurde gebaut

 

Betriebsbesichtigungen, Unterrichtsgänge oder die Unterstützung durch externe Fachleute im Unterricht gehören ebenso zu unserer Vorstellung von ganzheitlichem Unterricht.

 

Hier sind als bisherige Aktivitäten zu nennen:

  • Exkursion zu einem Dachsteinwerk
  • Exkursion zu einem Dachgullyhersteller
  • Exkursion zur Bauberufsgenossenschaft
  • Unterrichtsgang mit einem Förster in den Wald (Rohstoff Holz)
  • Exkursionen durch Friedberg zu Details im Schieferdach
  • Energieberatung mit Blower-Door-Test durch externe Fachkraft
  • Materialkunde für Schornsteine und Dachziegel durch externe Fachkraft

 

Des Weiteren stellen unsere Auszubildenden an den „Tagen der offenen Tür“ den Besuchern ihr Handwerk vor, indem sie Informationsstände zum Ausbildungsberuf gestalten und an Modelldächern ihr Können präsentieren.

 

Eine Voraussetzung für das Gelingen der Ausbildung ist das gut eingespielte Lehrerteam. Es besteht aus dem Abteilungsleiter Reimund Brendel und den Kollegen Roland Weinbrenner, Bernd Ritter und Frederik Weiß.

 

Weitere Voraussetzungen sind die intensive und enge Zusammenarbeit mit der Dachdeckerinnung, den Kollegen der überbetrieblichen Ausbildung und den Ausbildungsbetrieben. Außerdem sind die meisten unserer Lehrer auch aktiv im Prüfungsausschuss tätig.

 

Zudem nehmen wir regelmäßig an Fortbildungen teil oder organisieren diese sogar selbst, sodass die Ausbildungsinhalte zum Dachdecker sich ständig auf dem neuesten Stand der technischen, arbeitsorganisatorischen und Unfall schützenden Entwicklung befinden.

 

Links und Verweise: 

 

Ansprechpartner:

JPRS Abteilungsleiter BS

StD Reimund Brendel

E-Mail: brendel@jprs.de